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Infos zu chinesischer Kultur

Das Magazin im Webauftritt der Goethe-Institute in China bringt viele interessante, deutschsprachige Artikel über zeitgenössische Kultur in China und Deutschland.

Für Leute, die keine Angst vor Englisch haben, dürfte die von Kirk A. Denton unterhaltene Mailingliste MCLC List interessant sein. MCLC steht für Modern Chinese Literature and Culture, den Titel einer Fachzeitschrift. Als Listenmitglied bekommt man regelmäßig Artikel zu modernen Chinathemen frei Haus zugemailt und kann sich an Diskussionen darüber beteiligen oder eigene Themen aufbringen. Der Ton ist eher akademisch, die Liste richtet sich aber ausdrücklich auch an interessierte Nicht-Akademiker. Die Links zu den frei zugänglichen Online-Artikeln erhält man wahlweise auch über den Twitter-Account der Liste.

In englischer Sprache gibt es wirklich spannende Veröffentlichungen zur modernen chinesischen Kultur. Die zweimonatliche Zeitschrift The World of Chinese kommt jung, stylish und ein bisschen frech daher und mag als Produkt des Beijinger Verlags The Commercial Press damit manch eine/n überraschen. Das minimalistisch-edle Design der Print-Ausgabe kann man anhand des Webauftritts eher nur erahnen, aber dafür bekommt man dort eine Auswahl der ausführlichen Artikel kostenlos zu lesen. Die Zeitschrift nimmt mit jeder Ausgabe ein anderes großes Thema ins Visier und zeichnet darum herum ein vielschichtiges Bild der VR-Gesellschaft. Wer der chinesischen Sprache mächtig ist, wird es schätzen, dass Namen und wichtige Begriffe auch in Schriftzeichen angegeben sind. Und wer die Sprache noch lernt, dem wird dabei in verschiedenen Rubriken unterhaltsame Unterstützung angeboten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Umgangssprache, die man vielleicht auch nicht in jedem Wörterbuch findet.

Chinesisch lernen und üben

Meine Rettung in der Not des Lernens von chinesischen Vokabeln war und ist die großartige und obendrein noch freie Software Anki. Sie funktioniert nach dem Karteikastenprinzip und errechnet nach einem ausgeklügelten Algorithmus den Zeitraum, nach dem eine einmal gelernte "Karte" wiederholt werden sollte. Man kann damit alles mögliche lernen, doch fürs Chinesische schätze ich daran die Möglichkeit, mir auch schwierige Zeichen beständig ins Hirn zu hämmern, bis sie sitzen. Außerdem lässt sich durch die gut getimten Wiederholungen auch Wissen, das man nicht alltäglich braucht, wachhalten. Anki gibt es für Windows, Mac, Linux, Android und iPhone sowie online. Jeder Nutzer kann Kartenstapel selbst erstellen oder die von anderen bereitgestellten herunterladen und ggf. an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Wer schon über gewisse Chinesischkenntnisse verfügt und das Leseverstehen üben will, dem empfehle ich Kendras Chinese Reading Practice. Kendra bereitet eher kurze chinesische Texte für Lerner verschiedener Niveaus auf, versieht sie mit Vokabelhilfen und erläutert jeweils kurz den Zusammenhang. So verhilft sie uns zu einer regelmäßigen, bequemen Übungseinheit. Auch diese Seite ist auf Englisch.

Über Kendras Seite bin ich soeben auf Graces Just Learn Chinese gestoßen. (Ebenfalls eine englischsprachige Seite.) Vom ersten Eindruck bin ich sehr angetan: Die Seite bietet viel Inhalt zu allen denkbaren Bereichen des Chinesischlernens. Dass all das offenbar von einer Person allein und für lau betrieben wird, ist schon beachtlich!

Online-Wörterbücher

Wenn man sich ernsthaft mit der chinesichen Sprache auseinandersetzt, kommt man irgendwann kaum um gedruckte Wörterbücher herum. Das Nachschlagen am Computer ist in vielerlei Hinsicht aber einfach praktischer.

Ein guter erster Anlaufpunkt für chinesisch-deutsche Übersetzung ist das freie HanDeDict. Es beinhaltet schon viele Stichwörter – gerade auch zu aktuellen Themen – und kann durch die Benutzer selbst ergänzt werden. Durch diese Offenheit schleichen sich allerdings auch hin und wieder Fehler ein, sodass beispielsweise die praktische "wortweise Übersetzung ganzer Texte" mit Vorsicht genossen und im Zweifel noch ein weiteres Wörterbuch konsultiert werden sollte. Über das bloße Nachschlagewerk hinaus bietet die Seite noch Funktionen zum Üben von Vokabeln und Schriftzeichen. Außerdem kann man sich den Wörterbuchinhalt zum Gebrauch im Offline-Wörterbuchprogramm herunterladen.

Und schon wieder eine englische Site: Das großartige chinesisch-englische MDBG kann ich nicht unerwähnt lassen. (Bisher konnte ich nicht herausfinden, wofür dieses mutmaßliche Akronym steht. Wer mehr weiß, möge mir eine Mail schreiben!) Als eine Art Urvater von HanDeDict, bietet es ähnliche Funktionen wie dieses und noch einige mehr. Auch hier kann man Wörter, Sätze oder ganze Texte eingeben und bekommt dann eine Wortliste ausgespuckt. Gefundene Wörter lassen sich in ihre Bestandteile aufdröseln, man kann sich die Strichreihenfolge darstellen lassen, oder anhand von Beispielsätzen die Anwendung der Vokabeln lernen. Für Lernende ist auch die Möglichkeit der handschriftlichen Eingabe eines gesuchten Zeichens manchmal ein Segen. Auch MDBG lässt sich für den Offline-Gebrauch herunterladen.

In gedruckter Form bevorzugen viele Sinologen die Wörterbücher chinesischer Verlage, doch der kostenlose Online-Dienst von PONS ist allemal praktisch. Hier hat man immerhin die Gewissheit, dass die Inhalte professionell redigiert sind. Wenn man im Englischen nicht ganz sicher ist, kann man sich auch die Ergebnisse von MDBG mit PONS ins Deutsche übersetzen.