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Sauer, süß, bitter, scharf, oder: Freud und Leid

Lecker, aber nur ein kleiner Teil der großen Vielfalt: Süß-saure Soße
Lecker, aber nur ein kleiner Teil der großen Vielfalt: Süß-saure Soße

Wer Lust hat, sich intensiver mit dem Thema China auseinanderzusetzen, findet in meinem Blog einige Buchrezensionen und Anregungen dazu. Denn China hat so viel mehr zu bieten als Frühlingsrollen und süß-saure Soße!

Hier stelle ich vorwiegend chinesische Literatur in deutscher Übersetzung vor. Denn was könnte ein umfassenderes Bild von der chinesischen Kultur vermitteln als von Chinesen erzählte Geschichten?

Den Stil des jeweiligen Buches ordne ich nach einem Schema ein, das sich an den sprichwörtlichen chinesischen Geschmacksrichtungen 酸甜苦辣 (suan tian ku la) sauer, süß, bitter und scharf orientiert. Damit meine ich hier: Humor, Romantik, Gehalt und Spannung. Wie sehr jeder dieser Bereiche im jeweiligen Buch zum Zuge kommt, zeige ich mit 0 bis 3 Punkten an.

Bücher breiten weite Landschaften vor uns aus
Bücher breiten weite Landschaften vor uns aus

Freibadweh

21. Mai 2015

Peking, oh Peking! Deinen Sommer liebe ich jetzt schon. Er ist sonnig und blaubehimmelt und sogar der Smog wächst nur alle paar Tage zu wirklich unangenehmem Maße an. Dann regnet es einmal herzhaft und am nächsten Tag lachst Du schon wieder. Und doch ist es Dein Sommer, Peking, der mir eine Sehnsucht verursacht, wie es keine Deiner anderen Eigenschaften in den eineinhalb Monaten davor vermochte.

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Pu Yi – Ich war Kaiser von China

2. Juli 2014

„Kaiser von China“ – das ist wieder so ein geflügeltes Wort, das veranschaulicht, wie unwirklich und fern China aus deutscher Sicht wirkt. Indem wir diesen Ausdruck verwenden, um eine Behauptung für abwegig zu erklären, rücken wir doch auch die damit bezeichnete Person in den Bereich des Märchenhaften: Niemand würde ernsthaft behaupten, er sei der Kaiser von China! Und doch lebte bis 1967 noch ein Mann, der genau das behaupten konnte. Seine Autobiographie von 1964, deren deutsche Übersetzung durch Richard Schirach und Mulan Lehner 1973 beim Hanser Verlag erschien, ist noch immer erhältlich – mittlerweile als dtv-Taschenbuch. Ein wahrer kleiner Schatz für Chinafans! Die Unwahrscheinlichkeit und Märchenhaftigkeit, die die Vorstellung vom chinesischen Kaiser umgeben, werden durch dessen Lebensgeschichte bestätigt – allerdings auf andere Weise als man vielleicht erwartet.

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Mo Yan – Frösche

22. Mai 2014

Schon in einigen seiner Texte hat Mo Yan die vielfach widersinnigen Auswirkungen der chinesischen Ein-Kind-Politik beleuchtet. Mit „Frösche“ allerdings erreicht diese Auseinandersetzung einen zuvor nicht dagewesenen Umfang. Hier stellt er die Umsetzung und die Auswirkungen der sogenannten Geburtenplanung anhand einiger davon betroffener Figuren dar. Wie seine Leser es gewohnt sind, hält er sich an die Einzelschicksale der Bewohner seiner ländlichen Ortschaft Gaomi und blendet die größeren politischen Hintergründe aus.

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